Archiv für das Tag 'software'

Wolfgang Müller, Geschäftsführer eCommerce, living-C

Der Vertrieb von Software über das Internet ist heutzutage eine Selbstverständlichkeit. Er eröffnet Softwareherstellern einen zusätzlichen und kostengünstigen Vertriebsweg: Via Web lassen sich weltweit Kunden ansprechen – für vergleichsweise wenig Geld, ohne die Personalkosten, die bei den klassischen Vertriebsformen anfallen.
Dieser Vertriebsweg hat eine große Zukunft: Der Branchenverband Bitkom erwartet für 2010 beim “Download übers Web für kommerzielle Software” eine Zunahme um rund 20 Prozent. Sinkende Preise und die Verbreitung schneller Internetzugänge beschleunigen diesen Trend.
Für den Fachhandel hat diese Entwicklung eine weniger positive Kehrseite: Softwarehersteller nehmen durch den Direktvertrieb per Electronic Software Distribution (ESD) ihrem Fachhandelskanal wichtige Umsätze weg – dem stationären ebenso wie dem Online-Fachhandel. Denn übers Web vertreiben viele Hersteller gerne selbst direkt.
Das liegt einmal daran, dass die Hersteller ihren Fachhändlern weder die technische Kompetenz noch die Infrastruktur zutrauen, um Software-Downloads anbieten und abrechnen zu können. Denn das elektronische Lizenz-Handling setzt spezielles Know-how voraus wie etwa für die “On-the-fly”-Erstellung von Lizenzschlüsseln, die auf den Kunden zugeschnittenen sind. Und selbst wenn diese spezialisierten Kompetenzen vorliegen, mangelt es oft einfach an Vertrauen in die technische und Abrechnungszuverlässigkeit der Partner.
Mag sein dass dieses Misstrauen in einzelnen Fällen gerechtfertigt ist. Im Großen und Ganzen bedeutet es aber schlicht und einfach: Der Hersteller möchte die Exklusivität der ESD-Vertriebsmöglichkeit selber nutzen und die damit verbundenen Mehreinnahmen nicht mit seinen Händlern teilen.
Beide Seiten – Anbieter und Partner – haben dringenden Handlungsbedarf.
Die Hersteller setzen durch das eigennützige Verhalten im Softwarevertrieb via Web ihr Standing am Markt aufs Spiel. Denn ohne Händler verlieren sie die wichtigen Multiplikatoren, die aktive Überzeugungsarbeit für die Produkte beim Kunden leisten. Sie sollten sich also gut überlegen, wie sie ihre Partner in das Vertriebsmodell ESD einbinden.
Die Fachhändler müssen sich mit diesem neuen Vertriebsweg intensiv auseinandersetzen und das Wissen aufbauen, um ESD auch kompetent, zuverlässig und vertrauenswürdig betreiben zu können. Gleichzeitig können und sollten sie ihre aktuelle Stärke als klassischer, physischer Vertriebspartner und ihre Umsätze nutzen, um Druck auf die Hersteller auszuüben.
Für alle Marktteilnehmer ist es eminent wichtig, sich aller spätestens jetzt zu positionieren, um von dem viel versprechenden und lukrativen Vertriebsweg via ESD zu profitieren.

(Der Beitrag ist auch als Artikel bei heise online am 8.12.2009 erschienen)

Storefront von shop.idmcomp.de

Seit etwa einem Quartal betreibt die living-C einen Software-Lizenz-Shop auf Magento-Basis, der in Eigenregie entwickelt, gestaltet und umgesetzt wurde. Lange Zeit war die Frage, welches Shop-System verwenden, unbeantwortet. Und gerade bei der Erstellung eines Shops ist diese Frage von besonders wichtiger Bedeutung. Denn die Umsetzung eines Shops, inklusive des Erstellen der Produkte und Kategorien, benötigt doch einen erheblichen Zeitaufwand. Einmal falsch entschieden und man kann quasi von vorne anfangen.

Da wir den Shop erst einmal ein Jahr testweise laufen lassen wollten, kam für uns nur eine kostenarme Variante in Frage. Damit fallen schon mal etliche Systeme vom Tisch. Als nächster, wichtiger Punkt war natürlich die Bedienung des Shops für Kunden sehr wichtig. Mit einem Shop, der an den Kunden hohe Anforderungen stellt bzw. eine große Geduld verlangt, braucht man heute gar nicht mehr zu starten. Insbesondere das Aufklappmenü und der einseitige Bezahlvorgang ließen uns dann zur Magento Community-Edition greifen.

Mit seinen etwa 70 möglichen Produkten stellt der Shop keine großen Herausforderungen an die Administration. Allein die Unterscheidung eines jeden Produkts in Standard/Educational/Concurrent, 1 Jahr Upgrades/2 Jahre Upgrades/lebenslange Upgrades und die Möglichkeit einer Einzel- und Mehrnutzerlizenz würde aufgrund der vielen Möglichkeiten die Produktanzahl theoretisch auf über 1200 Varianten aufblähen. Dass dieser Weg sowohl aus administrativer Sicht, als auch aus Kundensicht keinen Sinn macht, ergibt sich da von selbst.

Aus dem Grund haben wir uns entschieden, es bei den 70 Produkten zu belassen und die Variationen über die individuellen Optionen zu realisieren. Magento übernimmt dabei die in den individuellen Optionen angegebene Artikelnummer als Erweiterung zur Hauptartikelnummer. Hat man z.B. als Artikelnummer die 12345 und in den Optionen die Erweiterungen A, B, C und D vergeben, so ergeben sich dann entsprechend die Artikelnummer bei Auswahl B zu 12345-B. Auf diese Weise können Produkte über die individuellen Optionen so variiert werden, dass man mit einem Produkt im Shop mehrere Produkte im Warenwirtschaftssystem ansprechen kann. Diese Lösung bietet sich natürlich nur für Produkte an, bei denen kein Lagerbestand von Nöten ist.

Als zusätzliches, arbeitsparendes Feature wurden bei den Upgrade-Produkten jeweils Felder für den alten Registrierungsnamen und den entsprechenden Authorisierungscode angelegt, die der Kunde bei der Bestellung gleich mit eingibt.

Das Ergebnis können Sie unter shop.idmcomp.de sehen. In dem Shop werden die Lizenzen für UltraEdit, UEStudio, UltraCompare, UltraSentry und allen möglichen Kombinationen untereinander verkauft.